Wilsdruffer Vorstadt

Westlich der Altstadt erstreckt sich die Wilsdruffer Vorstadt. Das Mündungsgebiet des alten Weißeritzverlaufs war ursprünglich durch feuchte Niederungen und Tümpel geprägt. Im 13. und 14. Jahrhundert befanden sich hier Viehweiden, Gärten und das Dorf Poppitz. Durch die Lage an der wichtigen Handelsstraße nach Süddeutschland erlangte das Gelände bald vorstädtischen Charakter. Es entstanden Gasthöfe, Herbergen, Gerbereien und Mühlen. Aber auch die Fischer gingen noch bis ins 19. Jahrhundert ihrem Gewerbe nach. Aufgrund der anfangs dünnen Besiedlung wurden hier zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert ein Pesthaus mit Friedhof, eine Richtstätte, ein Armenhaus und eine Armenschule errichtet. In Folge des Siebenjährigen Krieges wurde 1759/60 ein Teil der Wilsdruffer Vorstadt abgerissen. Auf der Schützengasse sind noch einige Wohnhäuser aus der Barockzeit erhalten.

Mit der Industrialisierung am Ende des 18. Jahrhunderts verstärkte sich der städtische Charakter. Zudem wurde die Wilsdruffer Vorstadt 1835 zum Dresdner Stadtteil erklärt. Neben Manufakturen und weiteren Mühlen, wurde die Marienbrücke und großzügige Gleisanlagen gebaut, der Einschiffungsplatz für Kohle – der Standort des späteren Kraftwerkes Mitte – angelegt  und so bedeutende Bauten wie das Schauspielhaus der Architekten Lossow und Kühne (1911 – 1913), das Wettiner Gymnasium – die heutige Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ – und der Erlweinspeicher errichtet. Wichtigster Energieträger wurde die Kohle aus dem Freitaler Revier. Um 1893 erfolgte die Verlegung des Flussbettes der Weißeritz nach Cotta. Während des Hochwassers 2002 kehrte der Fluss in sein altes Bett zurück und überflutete den Stadtteil.

Nach dem 2. Weltkrieg veränderte sich der Charakter der Wilsdruffer Vorstadt, da zerstörte Produktionsstätten nur teilweise wieder aufgebaut wurden und an anderen Stellen Plattenbauten mit Wohnungen für die Bevölkerung entstanden.

Kennzeichnend ist heute das moderne Bauen im Bestand unter Nutzung der zum Teil seit  dem Krieg offenen Brachen. Der alte Dorfkern steht zwischen modernen Wohngebäuden und der futuristisch anmutenden Erweiterung der Musikhochschule.

Anfahrt
S-Bahn (Bahnhof Mitte) / Straßenbahn 1, 2, 6, 10 / Bus 94

Links

www.dresdner-stadtteile.de

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