Waldschlösschen

Der Name Waldschlösschen wird in Dresden auf lange Zeit unlösbar verbunden sein mit dem jahrelangen Konflikt um den Brückenbau in diesem landschaftlich markanten Bereich des großen Elbbogens östlich des Stadtzentrums.

Er leitet sich her von der Bezeichnung eines kleinen Jagdschlosses, das der sächsische Kabinettsminister Graf Camillo Marcolini 1790 nach den Plänen von Johann Daniel Schade am Heiderand für seine schottische Gemahlin Maria Anna geb. O´Kelly errichten ließ. Dieser Standort oberhalb vom Eintritt des alten Landweges aus Bautzen in das Elbtal galt schon damals als besonders reizvoll, und der Ausblick wurde in Literatur und Kunst immer wieder schwärmerisch dargestellt. Das Gebäude ist eines der ersten Beispiele für die Übernahme von Stilelementen der englischen Frühgotik im Dresdner Raum.

1857 wurden auf dem weitläufigen Grundstück des Waldschlösschens die Anlagen der „Actien - Brauerei zum Waldschlößchen“ erbaut. Das alte Marcolinische Jagdhaus wurde dem Brauhaus als Schankbetrieb angegliedert. Die Gartenterrassen vor dem Hauptgebäude der Brauerei mit dem prachtvollen Blick auf die Stadtsilhouette stellen von Anbeginn bis heute ein beliebtes stadtnahes Ausflugsziel dar.

1908 erwarb die Stadt Dresden die große Waldschlösschenwiese unterhalb der Bautzner Straße, verbunden mit dem Ratsbeschluss, sie für immer von Bebauung freizuhalten und der Öffentlichkeit als Volkspark zu sichern. Stadtbaurat Paul Wolf platzierte um 1935 am schönsten Blickpunkt neben der Bautzner Straße einen Aussichtspavillon und plante ein wohldurchdachtes Wegenetz.

Der Bau der Waldschlösschenbrücke mit ihren aufwendigen Anschlussbauwerken an dieser landschaftlich so sensiblen Stelle gab der UNESCO 2009 den Anlass, dem Dresdner Elbtal den 2004 verliehenen Titel einer Welterbestätte wieder zu entziehen.

Adresse
Radeberger Straße 60 / Am Brauhaus 8b, 01099 Dresden

Anfahrt
Straßenbahn 11 / Bus 64

Links

www.waldschloesschen.de