Schloss und Park Pillnitz

Das Schloss

Bereits im Mittelalter gab es zwei Herrensitze. Die alte Burg lag auf einem Bergsporn über dem Meixgrund. Der untere Rittersitz befand sich etwa an der Stelle des heutigen Neuen Schlosses. Die Besitzer der unteren Burg wechselten mehrfach. Die Familie von Loß, ab 1569 Eigentümer der Grundherrschaft Pillnitz, ließ die vorhandene Burg in ein Renaissanceschloss mit vier Flügeln umbauen. Auch dieses Schloss wechselte mehrmals den Eigentümer, bis August der Starke durch den Tod seines Bruders in den Besitz der Herrschaft Pillnitz kam. Er schenkte Schloss und Herrschaft Pillnitz 1707 zunächst seiner Mätresse Gräfin Cosel, erhielt es aber 1718 nachdem die Gräfin in Missgunst gefallen war zurück. Zwischen 1720 und 1724 ließ August der Starke seinen Oberlandesbaumeister Matthias Daniel Pöppelmann und Graf Wackerbarth eine großzügige Schlossanlage in Pillnitz planen. So entstand als erstes Gebäude 1720 das Wasserpalais und 1723 baugleich das Bergpalais. Beide Gebäude sind von asiatischen Vorbildern beeinflusst und spiegeln die Mode jener Zeit wider. Der Innenhof, der durch das alte Schloss und die beiden neuen Palais entstanden war, wurde als barocker Lustgarten gestaltet.

Ende des 18. Jahrhunderts folgte eine zweite Bauphase. Die beiden Palais hatten bis dahin hölzerne Seitenflügel, die nun durch massive Steinbauten ersetzt wurden. 1795 konnte die Arbeiten durch den Bau von Verbindungsflügeln im klassizistischen Stil vollendet werden. Das alte Renaissanceschloss wurde nach einem Großbrandt 1818 abgetragen. An der gleichen Stelle entstand ein Neubau, der sich an den Bauformen der vorhandenen Palais orientierte. Im Innenhof des neuen Schlosses wurde chinesischer Flieder angepflanzt, daher der Name „Fliederhof“. Seit dem zweiten Drittel des 19. Jh. erfolgten kaum noch bauliche Veränderungen. 1924 gingen Schloss und Park im Zuge der Fürstenabfindung in staatlichen Besitz über. Unter anderem befanden sich damals die Wohnungen zweier Maler und eine Gobelin-Wirkerei im Schloss. Nach dem 2. Weltkrieg war das Pillnitzer Schloss ein Sammeldepot für Kunstwerke. Später eröffnete auf Weisung der Sowjetischen Militäradministration das „Zentralmuseum des Bundeslandes Sachsen“. Heute befinden sich im Schloss das Schlossmuseum Pillnitz sowie im Wasser- und Bergpalais das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Ab den 1980er Jahren erfolgte eine umfassende Restaurierung der Gebäude.

Der Park

Der große Schlosspark teilt sich in unterschiedliche Gartenpartien. Der Lustgarten ist der älteste Parkteil. Er befindet sich zwischen Wasser- und Bergpalais und wurde schon 1722 mit geometrischen Rasenflächen und Rabatten im französischen Stil gestaltet. Das zentrale Wasserbecken mit Fontäne wurde erst im 19. Jh. ergänzt. Der Lustgarten bot verschiedene Spielplätze für barocke Vergnügungen. Die Heckenpartie entstand im Anschluss an den Lustgarten aus beschnittenen Weißbuchen. 1912 erfolgte eine Neupflanzung der Hecken. Am Anfang diente der Heckengarten ebenfalls als Spielraum, erst später kam eine gartenkünstlerische Bepflanzung hinzu. Bis heute weitgehend im Ursprungszustand erhalten ist der Große Schlossgarten hinter dem Bergpalais. Die langen von Baumreihen eingefassten Flächen dienten als Schieß- und Reitbahn. Ein Teil der Pillnitz-Hosterwitzer-Allee aus dem 18. Jh. wurde für das Maille-Spiel, einem kricketähnlichen Ballspiel genutzt und daher auch Maillebahn genannt. Ende des 18. Jh. entstanden unter dem Einfluss der Idee des englischen Landschaftsgartens der Englische und Chineische Garten mit den entsprechenden Gartenpavillons. Friedrich August der Gerechte legte als interessierter Botaniker zwischen 1785 und 1790 den Grundstock für den Botanischen Garten mit seinem wertvollen Baumbestand. Wichtige Bauwerke im Park sind außerdem die 1730 errichtete Orangerie am Botanischen Garten und das 1859 erbaute Palmenhaus für wärmeliebende Pflanzen. Nicht vergessen werden darf die Pillnitzer Kamelie, die um 1780 aus Ostasien durch den schwedischen Botaniker Thunberg nach Pillnitz kam. Schon immer wurde sie in der kalten Jahreszeit durch ein Winterhaus geschützt, seit 1992 gibt es ein bewegliches Kamelienhaus aus Glas.

Schloss und Park Pillnitz sind auch heute zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

Anfahrt
Bus 63

Schlossmuseum Pillnitz
April – Oktober
Mo geschlossen
Täglich 10 – 17 Uhr

Kunstgewerbemuseum
Mai – Oktober täglich 10 – 18 Uhr
November – April geschlossen

Links

www.weinbergkirche.de

www.verein-schloesser-dresden.de

www.schloesserland-sachsen.de

www.dresdner-stadtteile.de

Bilder