Ostragehege/Neue Messe

Das Große Ostragehege erstreckt sich auf dem flachen Gelände im großen Elbbogen. Der frühere natürliche Charakter dieser malerischen Landschaft mit Wiesen, Wasserlachen und Baumgruppen ist auf einem Bild Caspar David Friedrichs eindrucksvoll wiedergegeben. Der stark hochwassergefährdete nördliche Bereich wurde jahrhundertelang nur als Weideland genutzt, während sich im südlichen Teil sorbische Siedler niederließen. 1206 wird erstmals eine sorbische Bauernsiedlung namens „Oztrov“ erwähnt, was soviel wie „Flussinsel“ bedeutet.

Unter Kurfürst Moritz gingen 1535 und 1559 große Flächen an den sächsischen Hof, der hier das Ostravorwerk als landwirtschaftliches Mustergut zu seiner Versorgung mit Lebensmitteln und Wirtschaftsgütern einrichtete. Der Name Großes Ostragehege geht auf die hauptsächliche Nutzung als Fasanerie und Wildgarten im 17. und 18. Jahrhundert zurück. August der Starke ließ dafür 1696 das Gebiet nördlich der barocken Stadterweiterung der Friedrichstadt umzäunen und drei große Lindenalleen anlegen, von denen heute nur noch die vierreihige Pieschener Allee und ein Stück der Übigauer Allee existieren. Dieser Baumbestand und die den Elbstrom begleitenden breiten Uferwiesen sind jetzt als Flächennaturdenkmal geschützt.

Ab 1891 wurde am Südrand des Ostrageheges der Alberthafen angelegt, der sich schnell zu einem bedeutenden Warenumschlagplatz entwickelte. Auf einer hochwassersicheren Aufschüttung nördlich der Ostra-Flutrinne errichtete die Stadt 1906 -1910 den neuen Vieh- und Schlachthof nach den Plänen des Stadtbaurates Hans Erlwein. Die vorbildlich gestaltete Anlage im Charakter eines großen Gutshofes umfasste 68 Einzelbauten, darunter Futterställe, Schlachthallen, Markthallen, Heizhaus, Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Wohnungen, eine Gaststätte und sogar ein eigenes Postamt. Sie galt seinerzeit als modernster Schlachthof Deutschlands.

Nach der Einstellung des Betriebs 1995 wurde ein Teil des Ensembles unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes  für die neue Messe Dresden umgebaut. Im östlichen Teil des Geländes ist seit 2007 das neue, großzügig gestaltete Sportschulzentrum untergebracht, und neue Sporthallen entstanden entlang der Magdeburger Straße.

Adresse
Messering, 01067 Dresden

Anfahrt
Straßenbahn 10 / Bus  75

Links

www.messe-dresden.de

www.dresdner-stadtteile.de

www.binnenhafen-sachsen.de

Bilder