Laubegast

Der Stadtteil liegt direkt am Ufer der Elbe nahe der Schiffswerft Laubegast. Er hat seinen dörflichen und kleinstädtischen Charakter erhalten.

Der Ort wurde 1408 erstmals als „Lubegast“ urkundlich erwähnt. Er entstand aus einer slawischen Fischersiedlung. Die Laubegaster waren vor allem Bauern, Handwerker, Fischer, Schiffszieher, Strohflechter oder Zwirner. Laubegaster Zwirn erlangte später in ganz Sachsen einen guten Ruf. Das Gebäude Altlaubegast 5 mit verputztem Fachwerk und Sandsteingewändern am Portal mit der Jahreszahl 1795 im Schlussstein war das Gut der „Zwirnwölfe“. Der Zwirnfabrikant Emil Ferdinand Wolf kaufte bis 1926 gesponnenes Garn auf, das auf den Elbwiesen unterhalb der Straße „Zur Bleiche“ mit Elbwasser und Holzasche gebleicht und anschließend verzwirnt wurde.

1501 wird erstmals ein Fährmann erwähnt, der mit seiner Familie im heute noch erhaltenem Fährgut Fährstraße 30 wohnte. Anzunehmen ist, dass es schon früher einen Fährbetrieb gab.

Ihre letzten Lebensmonate verbrachte die „Mutter der deutschen Schauspielkunst“ Friederike Caroline Neuber (1697-1760) in Laubegast. Das Neuberinnen-Denkmal im Ortskern Ecke Laubegaster Ufer/Fährstraße erinnert noch heute an die Schauspielerin und Prinzipalin.

Durch die landschaftlich schöne Lage zog der Ort auch viele wohlhabende Stadtbewohner an. So legte der katholische Bischof Ignaz Bernhard Mauermann von 1824 – 1841 hier seinen Landsitz an. Er spendete 1836 das Grundstück für die erste Laubegaster Schule im ehemaligen Hegereiterhaus an der Leubener Straße 1. Später errichtete auf dem Grundstück des Bischofs der Chemnitzer „Lokomotiven König“ Richard Hartmann seine Residenz, die „Hartmansche Villa“.

Ende des 19. Jh. siedelten sich große Gärtnereien auf  zuvor landwirtschaftlich genutzten Flächen an. Das bedeutendste Unternehmen war jedoch die nach Laubegast verlegte Blasewitzer Werft. Durch die besseren Verkehrsanbindungen entstanden zunehmend Villen und Landhäuser sowie ein kleines Geschäftszentrum an der Österreicher Straße. Zu dieser Zeit eröffneten auch der Tanzgasthof „Donaths Neue Welt“ und das Ballhaus  „Stadt Amsterdam“ am Laubegaster Ufer. Die Bautätigkeit hielt nach dem 1. Weltkrieg an. 1921, nach der Eingemeindung des Ortes nach Dresden, wurden die Reihenhaussiedlung um den Kirchplatz und die Villacher Siedlung errichtet.

Laubegast blieb von den Zerstörungen des 2. Weltkrieges weitgehend verschont. Seit dem Beginn der Sanierung des alten Ortskerns in den 1980er Jahren ist Laubegast wieder ein beliebtes Ausflugsziel und ein angenehmer Wohnort. Einschneidend war die Jahrhundertflut 2002, die Laubegast in eine Insel verwandelte, da sich die Elbe ihren Weg durch einen alten Flussarm gesucht hatte.

Anfahrt
Straßenbahn  4, 6 / Bus 86

Links

www.laubegast.info

www.dresdner-stadtteile.de

Bilder