Königlicher Weinberg Wachwitz

Kronprinz Friedrich August, der spätere König Friedrich August II., erwarb 1824 drei Weinberge in Wachwitz und baute ein vorhandenes Winzerhaus zu einem kleinen Palais um. In den Folgejahren kaufte er noch weitere Grundstücke hinzu, damit entstand ein zusammenhängendes Areal von fast 40 Hektar. Friedrich August II. ließ außerdem inmitten der Weinberge eine kleine Kapelle errichten, die später nochmals verändert wurde und erhalten geblieben ist. Pferdeställe, Gewächshäuser und verschiedene Nebengebäude wurden außerdem errichtet. Auch einen kleinen Tiergarten mit Rot- und Damwild sowie Volieren für Raubvögel ließ  Friedrich August anlegen. Nach seinem Tod 1854 löste man den Tiergarten auf.

Das kleine Palais wurde um 1890 abgerissen und 1892/93 durch eine größere Villa im Stil der Neorenaissance ersetzt. Bis etwa 1904 bewohnte der letzte König Friedrich August III. mit seiner Familie die Villa. Sie blieb bis 1945 im Familienbesitz der Wettiner. Danach nutzte die Sächsische Akademie für Weiterbildung der Lehrer und Erzieher das Gebäude.

Das Wachwitzer Schloss oberhalb der Königlichen Villa ließ 1935/36 der Markgraf Friedrich Christian von dem Dresdner Architekten Max Hans Kühn als Wohnsitz erbauen. In der Außengestaltung orientiert es sich an den barocken Vorbildern, daher hat das Schloss auch einen kleinen Dachreiter. Die Wettiner wurden nach dem 2. Weltkrieg enteignet, so nutzte die sowjetische Militäradministration das Schloss ab 1945 als Verwaltungsgebäude. Ab 1949 diente es als Bildungseinrichtung des Zentralrates der FDJ. Nach 1990 standen die Gebäude leer. Das Wachwitzer Schloss samt Königlichem Weinberg wurde im Juli 2007 vom Freistaat Sachsen an die V.V.K. Vermögensverwaltungskanzlei zu Dresden GmbH & Co. Projektentwicklungs-KG verkauft. Im Kaufvertrag wurde vereinbart, dass Haupt- und Wanderwege sowie der Rhododendrongarten für die breite Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Im Areal des Königlichen Weinbergs gab es ursprünglich zahlreiche Kleinbauten – Pavillons, Laubengänge, befestigte Aussichtspunkte und später auch Skulpturen. Heute sind von diesen Parkeinrichtungen nur noch geringe Reste vorhanden. Friedrich August II. ließ zudem in seinem Tiergarten wertvolle Gehölze anpflanzen. Mit dem Bau der Königlichen Villa gestaltete man auch die Parkanlage neu.

Der heutige Wachwitzer Rhododendrongarten wurde erst 1972 durch den Gartenbauingenieur Karl Scholz in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden angelegt. Er ist einer der bedeutendsten in Europa und umfasst über 1000 Sträucher in ca. 200 verschiedenen Sorten. Besonders im Mai ist dieser Garten eine Augenweide und Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher.

Adresse
Wachwitzer Weinberg / Josef-Herrmann-Straße   

Anfahrt
Bus 63

Links
www.dresdner-stadtteile.de
www.dresdner-bilder.de