Japanisches Palais

Die mächtige Vierflügelanlage des Japanischen Palais am rechten Elbufer entstand in den Jahren 1727 bis 1737 nach einer Idee Augusts des Starken als Umbau und Erweiterung eines dreiflügligen Vorgängerbaus, des Holländischen Palais von 1715. Mehrere bedeutende Architekten des Oberlandbauamtes (Pöppelmann, Longuelune, Knöffel und de Bodt) waren an diesem Großprojekt des Hofes beteiligt, das zur Unterbringung der  königlichen Sammlungen von europäischem, chinesischem und japanischem Porzellan vorgesehen war. Auf diesen Zweck weisen auch die geschwungenen Dachformen der vier Eckpavillone und der Figurenschmuck mit 24 chinesischen Konsolfiguren im Innenhof hin. Das Holländische Palais mit dem Vestibül und der dreiläufigen Treppe Pöppelmanns blieb als Kern des Elbflügels erhalten.

Das barocke Palais ist ganz auf die unter Pöppelmann neu angelegte Königstraße und den quadratischen Vorplatz ausgerichtet, weist aber auch schon klassizistische Stilelemente aus französischem Einfluss auf. Zur Elbe hin war ein reich ausgestatteter französischer Garten vorgelagert, der wie in Pillnitz und Übigau mit einer Wassertreppe und Gondelanlegestelle an den Fluss angebunden war. An der Westseite erstreckte sich eine Parkanlage bis an die Terrassen der alten Festungsbastionen.

Nach dem Tode Augusts des Starken erlahmte das Interesse des Hofes an dem aufwendigen Schlossbau, und die Idee des Porzellanschlosses wurde nie umgesetzt. Erst nach Zerstörungen im Siebenjährigen Krieg fand sich 1786 eine dauerhafte Nutzung durch die kurfürstliche und spätere Sächsische Landesbibliothek sowie die Antikensammlung und das Münzkabinett. Nach der Zerstörung 1945 und dem nur provisorischen Wiederaufbau beherbergt das Palais heute die Staatlichen Sammlungen für Vorgeschichte und Völkerkunde.

Adresse
Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Anfahrt
Straßenbahn 4, 8, 9

Öffnungszeiten Museen
Di – So 10 – 18 Uhr

Links

www.archsax.sachsen.de

www.voelkerkunde-dresden.de

Bilder