Dorfkern Hosteritz mit Maria am Wasser

Hosterwitz ist eines der Elbdörfer im Osten des Dresdner Stadtzentrums zwischen Niederpoyritz und Pillnitz gelegen. Der alte Dorfkern nahe der Elbe mit der Schifferkirche Maria am Wasser, dem Pfarrhaus, der Kantorei und einer Anzahl erhaltener historischer Gebäude ist noch gut erkennbar.

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 1406 als „Hostembricz“, aber es muss schon bedeutend früher eine slawische Schiffersiedlung bestanden haben. Bis ins 18. Jh. wurde an dieser Stelle eine Furt genutzt und man errichtete eine kleine Kirche. Den Namen des Dorfes kann man vermutlich von dem slawischen Wort „hostis“ also  „Gast oder Fernhändler“ herleiten, was auf die Bedeutung des Ortes für Händler und Schiffer hinweist.
Ab dem 17. Jh. dehnte sich das Dorf bis zum Keppgrund und entlang der Dresdner Straße aus und unterstand der Herrschaft Pillnitz. Der Dreißigjährige Krieg brachte Zerstörung und fast die völlige Entvölkerung des Ortes. 1687 verkaufte die Herrschaft das größte Gut, das bald der Hofangestellte August Zenker erwarb und es zu einem „Plantagengut“ umwandelte.

Das Plantagengut hatte wechselnde Besitzer und Nutzer u.a. den Bildhauer Lorenzo Mattielli und Graf Heinrich von Brühl, bis 1801 Graf Marcolini das Gut pachtete. Er ließ den Brühlschen Wohnsitz zum Keppschloss umbauen. Nach dem Tod Marcolinis 1814 wurde das Plantagengut aufgelöst. Auf einem Teil errichtete die Stadt Dresden 1908 das Hosterwitzer Wasserwerk nach Plänen des Stadtbaurates Hans Erlwein. Auf dem größten Teil der ehemaligen Gutsfelder befinden sich noch heute Obstplantagen.

Im 19. Jh. kamen wie in den anderen Dörfern des Elbtals Sommergäste und wohlhabende Dresdner Bürger errichteten Sommerhäuser außerhalb des alten Dorfkerns am Elbhang. Der bekannteste Gast war Carl Maria von Weber. An ihn erinnert die Weber-Gedenkstätte Dresdner Straße 44. Bis heute hat Hosterwitz seinen ländlichen Charakter bewahrt.

Die Schifferkirche Maria am Wasser ist ein beliebtes Ausflugsziel. An der Stelle einer älteren und kleineren Kirche ließ 1495 Dionysius von Carlowitz eine Kirche als spätgotischen Hallenbau errichten. Im 18. Jh. erhielt die schlichte Kirche über dem Westportal einen barocken Dachreiter mit Turmzwiebel, der bis heute ihr typisches Erscheinungsbild prägt.

Anfahrt
Bus 63

Links
www.maria-am-wasser.de
www.dresdner-stadtteile.de
www.dresdner-bilder.de
www.urania-dresden.de/Blaschka.html